21. November 2025

Was ist „Wertschätzung in und für die Ausbildung“? Auf der NORDMETALL Ausbilderkonferenz 2025 haben wir gemeinsam mit Ausbilder:innen Lösungen erarbeitet, auch mit Hilfe der Moderationsmethode LEGO® Serious Play®.

Die duale Ausbildung unter Druck – so erleben es Ausbilder:innen

Die teilnehmenden Ausbilder:innen schilderten sehr deutlich, dass die duale Ausbildung zunehmend an gesellschaftlicher Wertschätzung verliert. Ausbildungsberufe genießen bei vielen Eltern, Lehrkräften und Jugendlichen weniger Ansehen als Studiengänge. Der Trend zur Akademisierung sorgt dafür, dass das Studium als „besserer Weg“ gilt, ohne, dass Alternativen überhaupt ernsthaft betrachtet werden. Jugendliche haben häufig unklare oder falsche Vorstellungen von Ausbildungsberufen und Karrierewegen.

Aus Sicht der Ausbilder:innen führt das dazu, dass immer mehr Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, obwohl Betriebe dringend Nachwuchs suchen.

Herausforderungen in Schulen und Unternehme

Die Diskussion im Barcamp zeigte, dass Wertschätzung auf mehreren Ebenen ansetzen muss. In Schulen erleben Ausbilder:innen, dass der Fokus stark auf höheren Schulabschlüssen und Studienwegen liegt. Ausbildung wird oft nur am Rand erwähnt. In Unternehmen fühlen sich viele Ausbilder:innen zu wenig gesehen. Ihre Rolle ist zeitaufwendig und verantwortungsvoll, wird aber nicht immer als strategisch wichtig wahrgenommen.

Wertschätzung beginnt im eigenen Haus

Die Botschaft ist klar Wertschätzung beginnt im eigenen Haus, bei der Art, wie Unternehmen über Ausbildung sprechen und wie sie ihre Ausbilder:innen unterstützen.

Ideen und Lösungsansätze

Im Barcamp wurden zahlreiche konkrete Ansätze gesammelt, wie Ausbildung attraktiver und sichtbarer gemacht werden kann:

1. Berufsorientierung modern und praxisnah

  • Frühzeitige, realistische Einblicke in Berufe, nicht nur über Broschüren, sondern über Praxis, Projekte und Erlebnisse.
  • Innovative Formate wie z. B. VR-Schweißen oder andere digitale Lernangebote, die Jugendliche begeistern.
  • Echte Beispiele erfolgreicher Karrierewege: Ausbildung → Beruf → Weiterbildung → ggf. Studium.

2. Ausbilderrolle aufwerten

  • Ausbilder:innen brauchen Rückhalt durch Geschäftsführung und Personalabteilung.
  • Ihre Arbeit sollte als zentraler Bestandteil der Personalentwicklung verstanden werden.
  • Zeit, Qualifizierung und Anerkennung sind entscheidend, damit sie ihre Rolle gut ausfüllen können.


3. Übergänge erleichtern

  • Praktika als Türöffner zur Ausbildung gezielt nutzen.
  • Studienabbrecher:innen als wertvolle Zielgruppe ansprechen.
  • Ausbildung ist kein „Plan B“, sondern eine gleichwertige Option neben dem Studium – mit vielen Entwicklungsmöglichkeiten.

4. Image der Ausbildung stärken

  • Präsenz auf Messen, Social Media und schulischen Veranstaltungen.
  • Authentische Kommunikation: ehrliche Einblicke statt Hochglanzbilder.
  • Geschichten erfolgreicher ehemaliger Auszubildender erzählen.

Die Stimme der Ausbilder:innen ernst nehmen

Der Barcamp-Beitrag auf der NORDMETALL Ausbilderkonferenz hat eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig die Perspektiven der Ausbilder:innen sind. Sie wissen aus erster Hand, wo Wertschätzung fehlt und was sich ändern muss.

  • Wertschätzung zeigt sich in Haltung, Strukturen und Entscheidungen.
  • Ausbilder:innen sind Schlüsselpersonen für Fachkräftesicherung und Nachwuchsförderung.
  • Wer ihre Perspektive ernst nimmt, legt den Grundstein dafür, dass Ausbildung wieder mehr Anerkennung und Attraktivität gewinnt.
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